Stadttaube (Columba livia domestica)

Schädlings-ABC

 

Aussehen:Tauben_f1 Die Stadttaube kann ein Körperlänge von 31 bis 34 cm haben und ist somit etwas größer als die Türkentaube. Sie hat allerdings einen kürzeren Schwanz und ein äußerst variabeles Federkleid. Es gibt unzählige Gefiedervariationen in weißgrau gemusterten, dunkelgrauen, rotgrauen oder dunkel gescheckten Farbvarianten. Die Iris ist rot wie bei der Türkentaube.

 

Alter/Lebensdauer: Stadttauben können bis zu 3 Jahre alt werden, die meisten verenden aber im ersten Lebensjahr.

 

Fortpflanzung/Lebensweise: Die Brutpaare halten sich das ganze Jahr über im Brutgebiet auf. Die Männchen besetzen ein Nestrevier, das mehrere Nistplätze beinhalten, z.B. auf Simsen, verdeckten Stellen an Gebäuden oder in geschlossenen Räumen, die durch Fenster zu erreichen sind. Dort lockt es das Weibchen rufend zum Nistplatz. Die Nester bestehen aus einer dünnen Schicht verschiedenster Materialien wie Zweigen, Wurzeln, Halmen, Federn, Papier- und Kunststofffetzen.
Die Eier liegen oft ohne Unterlage auf dem nackten Boden des Brutplatzes der auch mit einer dicken Kotschicht bedeckt sein kann. Die Brutzeit liegt in der Zeit vom März bis August oder bis in den Oktober. Das Gelege besteht fast immer aus 2 Eiern und sehr selten aus Dreien. Beide Partner, die meist in lebenslanger Monogamie leben, bebrüten die Eier etwa 17 bis 18 Tage lang. Die Nestlinge verlassen das Nest nach 23 bis 25 Tagen, bleiben jedoch in der Nähe bis sie im Alter von 30 bis 35 Tagen voll flugfähig sind.

 

Verhalten/Erkennbarkeit: Das von der Stadttaube geäußerte Gurren ist variabel und klingt kürzer als das der Türkentaube. Das Männchen balzt mit einem tiefen, kollerndem Geräusch und klatscht während des Balzfluges oft schnell mit den Flügeln. Am Nest äußert sie mit einem sich langgezogener Ruf der als Warnruf ist einen kurze gewandelt wird. Ihren Lebensraum bilden Städte und durch den Menschen veränderte Gebiete. Die Ernährung ist sehr vielseitig und beinhaltet alles was sie für fressbar hält.

 

Schadwirkung:Tauben_f3Probleme ergeben sich durch die oft sehr große Anzahl von Stadttauben. Ihr Kot bildet Nährboden für Pilze, deren Säureabscheidungen Fassaden angreifen können und für den Menschen gefährliche Pilze und Bakterien, z. B. EHEC (kann blutige Durchfallerkrankungen auslösen). Die pathogenen Mikroorganismen aus dem Kot können durch die Luft übertragen werden. Infektionskrankheiten beim Menschen treten fast immer durch das Einatmen von infiziertem Taubenkot auf. Das Kotaufkommen einer Stadttaube beträgt ca. 12 kg Nasskot pro Jahr (2,5 kg Trockenkot) und unkontrollierte Nistplätze oder Gelege sind Brutstätten für Ungeziefer und Mikroorganismen.

 

Taubenabwehr: Um die Zahl der Tauben gering und Gebäude taubenfrei zu halten ist ein enormer Aufwand nötig. Auf der einen Seite gibt es ein Fütterungsverbot, das oft keine Beachtung findet, auf der Anderen muss mit der Einrichtung von Netzen, Anflugsperren, stromdurchflossenen Drähten oder sogar durch das Verbreiten von Giftködern die Ansiedlung von Tauben abgewehrt werden. Die Stadttaube untersteht als „Wirbeltier“ dem Tierschutzgesetz.