Wanderratte (Rattus norvegicus)

Schädlings-ABC

 

Ratte_ws_cAussehen: Bräunlichgraue Oberseite, Unterseite scharf abgesetzt grauweiß. Der Schwanz ist schwach behaart und hat etwa 160 bis 190 Ringe (weniger als die Hausratte). Augen und Ohren sind recht klein; angedrückt erreichen die Ohren das Auge nicht. Sie erreicht eine Länge (ohne Schwanz) von 21 bis 28 cm und der Schwanz ist zwischen 17 bis 25 cm lang. Das Gewicht liegt zwischen 250 g und 550 g.

 

Alter/Lebensdauer: In freiem Lebensraum etwa ein Jahr.

 

Fortpflanzung/Lebensweise: Die Weibchen, welche von mehreren Männchen gedeckt werden, haben jährlich 2 bis 7 Würfe mit etwa 5 bis 8 Jungen. Diese werden nackt und blind geborenen und öffnen am 15. Tag die Augen. Sie werden etwa drei Wochen gesäugt und sind nach sechs bis sieben Wochen selbstständig. Mehrere Weibchen können gleichzeitig einen Wurf im Nest großziehen. Fällt ein Muttertier aus, übernimmt ein anderes weibliches Tier die Brutpflege.

 

Verhalten/Erkennbarkeit: Die Wanderratte ist äußerst anpassungsfähig und lebt in Gruppen von 50 bis 60 Individuen insbesondere in Schmutzwasserkanälen, Tierställen und auf Müllplätzen. Ihr Revierverhalten ist ausgeprägt. Angehörige einer Gruppe können sich am Geruch erkennen. Erfahrungen, die einzelne Gruppenmitglieder gemacht haben , werden innerhalb der Gruppe weitergegeben. Im Freiland baut die Wanderratte Erdhaufen mit Gängen, während sie in Gebäuden Nester meist in Zwischendecken und Hohlräumen, und in locker gestapelten Materialien anlegt. Durch die Lebensweise der Menschen, den Bau moderner Häuser und die Kanalisation konnte sich die Wanderratte stark vermehren. Sie schwimmt, taucht und klettert. In Großstädten findet sie ideale Bedingungen vor (dort leben schätzungsweise 1 bis 2 Ratten pro Mensch).

 

Schadwirkung: Die Wanderratte ist ein Allesfresser, der sich nicht nur von menschlichen Abfällen und Fleisch, sondern auch nur von pflanzlicher Nahrung ernähren kann. Die sehr anpassungsfähigen Tiere gelten als Nahrungsmittelschädlinge.
Wanderratten sind Wirte für Borrelien (Bakterien), die durch sie z. B. auf Zecken und so auch auf den Menschen übertragen werden können. Andere Erreger (z.B. Typhus, Cholera, Ruhr, Tuberkulose, Trichinose, Leptospirose, Maul- und Klauenseuche und Fadenwürmern) werden durch Urin und Kot der Ratten per Kontaktinfektion oder Schmierinfektion übertragen.

 

Vorbeugung: Abfälle nicht lagern sondern umgehend fachgerecht entsorgen oder entsorgen lassen. Hygienevorschriften beim Umgang mit Nahrungsmitteln einhalten. Regelmäßig das Kanalsystem professionell behandeln lassen. Eintrittsöffnungen, wie defekte Türen und Fenster oder Mauerdurchbrüche, verschliessen.

 

ACHTUNG!    Rattenbefall ist meldepflichtig!