Orientalische Schabe (blatta orientalis)

Schädlings-ABC

 

Orientalische_Schabe_cAussehen: Größen in einer Länge zwischen 21 bis 30 mm und einfarbig dunkelbraun. Die Flügel bedecken ungefähr zwei Drittel des Hinterleibs beim Männchen, die Weibchen haben nur Flügelreste.

 

Alter/Lebensdauer: 5 bis 6 Monate

 

Fortpflanzung/Lebensweise: 16 Embryonen im kastanien-braunen Eipaket, das an einer Längsseite mit einer Naht versehen ist. Das Weibchen produziert zwischen 8 und 18 Eipakete pro Jahr und trägt diese 1 bis 2 Tage herum bevor es sie ablegt. Nach 42 bis 81 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Bei Zimmertemperatur schwankt die weiter Entwicklungsdauer zwischen 10 und 18 Monaten, wobei die Weibchen am längsten brauchen. Unter optimalen Umweltbedingungen pflanzt sich die Orientalische Schabe das ganze Jahr über fort und ein Weibchen produziert in seinem Leben 70 bis 190 Eier.

 

Verhalten/Erkennbarkeit: Hält sich besonders gern in feuchtwarmen Räumen mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit auf, wie z.B. Großküchen, Bäckereien, Kantinen, Schwimmbäder, Krankenhäuser, Gewächshäuser und öffentliche Toiletten. Auch in Privathaushalten ist die Orientalische Schabe häufig anzutreffen. Sie kann nicht gut klettern und versteckt sich daher im Bodenbereich und schadhaftem Mauerwerk, hinter Wandverkleidungen, Türzargen, Scheuerleisten, in Leitungsschächten oder Abwasserleitungen.

 

Schadwirkung: Tierarten, die Krankheitserreger auf den Menschen übertragen können, sind Gesundheitsschädlinge. Aufgrund ihrer Lebensweise verbreitet die Orientalische Schabe Krankheitskeime, die Menschen, Haustiere und Nutztiere infizieren. Außerdem ist sie Überträger für Schimmelpilzsporen. Es wurde festgestellt,  dass Krankheitskeime drei Tage am Körper von Schaben infektiös bleiben können. Die Orientalische Schabe kann auch durch ihren Kot, der allergene Stoffe enthält, Allergien auslösen.
Sie ist aber nicht nur Hygiene- und Gesundheitsschädling, sondern auch Materialschädling, da sie gerne in elektronische Geräte wie Computer eindringt und so technische Störungen auslösen kann.


Vorbeugung: Kein Schlupfwinkel entstehen lassen, fragwürdige Stellen abdichten und Hygienemaßnahmen einhalten.

 

Was Sie beachten sollten!
  • Schaben haben ein großes Vermehrungspotential
  • verstecken sich bei Licht
  • können sich von allem ernähren
  • die Brut ist im Eipaket geschützt
  • manchen Bekämpfungsmittel weichen sie aus
  • können resistent gegen jeden Wirkstoff werden
  • lassen sich leicht überallhin verschleppen
  • finden ideale Lebensbedingungen in modernen Gebäuden (Verkleidungen, Dämmplatten, Trockenbauwände)

  • Bekämpfung: Ein massiver Schabenbefall kann nur durch ein gezieltes Monitoring mit gezielter insektizider Behandlung aller Schlupfwinkel sowie dem Ausbringen von Ködern und/oder Silicaten bekämpft werden (es ist auch eine biologische Bekämpfung mit Schlupfwespen möglich). Es ist zu beachten, dass Schabenpopulationen resistent gegen insektizide Stoffe werden können.